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Acht Meilen von Aivajek liegt das türkische Dorf
Beyram, an das sich umfangreiche Ruinen altertümlicher Gebäude
anschließen, deren Ausmaße so großartig und stattlich sind, daß sich
die elenden türkischen Häuser von Beyram dagegen ausnehmen wie die
behelfsmäßigen Hütten einer nomadisierenden Horde.
Am nächsten Morgen machten wir uns begierig an
die Untersuchung der herrlichen Überreste einer Stadt, in der wir Assos
vermuteten. Wir waren so glücklich, hier einen aufmerksamen Gastgeber
und nützlichen Führer zu finden, der schon am Eingang zur Stadt auf
uns wartete. Er berichtete uns, daß er von zwei englischen Reisenden
gehört habe, die beabsichtigten, auf ihrem Weg nach Alexandria Troas
die Umgebung von Assos zu untersuchen. Aus diesem Grund hatte er eine
Unterkunft bereitgestellt, und der Aga hatte ihm Lebensmittel für uns
geschickt. Er war Seemann und gebürtig aus Mytilene. Unser Abendessen
bestand aus einer Art Suppe, die mit Gerste angedickt war, Pfannkuchen
mit Spinat gemischt, und einem Reispilaw in ranziger Butter; zudem Gebäck
aus ebenfalls ranziger Butter, das in Honig schwamm.
1 7. März. - Assos lag auf einem zum Meer hin
abfallenden Hügel mit wunderbarer Aussicht auf Lesbos und den Golf von
Adramyttion. Es hatte sehr starke Mauern, etwa fünf Meilen lang. Drei
der alten Stadttore sind vollständig erhalten; das vierte ist eine
Ruine; der obere Teil war ursprünglich die Αστυ Akropolis oder
Zitadelle, auf einem sehr steilen Granitfelsen. Darauf sind die Ruinen
eines alten Gebäudes. das m Lauf der Zeit eine genuesische Burg, dann
eine griechische Kirche war und letzt eine türkische Moschee ist. Über
dem Eingang, auf einem Architrav, ist eine Inschrift in sehr modernen
griechischen Buchstaben zu sehen: es erwähnt: Ανθιμος
ό πρόεδρς
Σχαμάδρου.*
Nahe bei der Moschee sind zwei unterirdische Gebäude. ungefähr
dreißig Fuß lang und fünfundvierzig Fuß tief: es sind wahrscheinlich
Reservoire oder Zisternen, die Wasser für die Garnison enthielten, so
wie ein Brunnen in einem von ihnen noch immer teilweise die Stadt Beyram
versorgt.
Auf der Kuppe
der der Akropolis liegen verstreut einige zerbrochene cannellierte
Granitsäulen; und unter ihnen sind auch einige Flachreliefs auf Granitblocken; die
Figuren sind etwa zwanzig Zoll hoch;
ein Teil des dargestellten Themas scheint eine
Opferungsprozession gewesen zu sein: drei nackte Gestalten marschieren
mit ausgestreckten Armen in dieselbe Richtung, und eine andere sieht zu
ihnen zurück. Der Stil dieser Arbeit ist ägyptisch. Dadurch, daß
die Skulpturenoberfläche der Seeluft
ausgesetzt war, ist sie verwittert. Auf einem anderen Granitblock
kämpften zwei Stiere miteinander verhakten Hörnern, auf einem anderen rannten drei Pferde, auf
einem weiteren waren zwei geflügelte
Sphinxe, die jede mit einem Fuß auf einer Art Kronleuchter, der
zwischen ihnen platziert war, ruhten.
Ein Symposion oder Bankett ist ebenfalls auf einem Granitblock
dargestellt: es ist ein Jüngling zu
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* Es ist bemerkenswert, daß
im ganzen Distrikt nicht nur an den Ufern des Hellespont, sondern auch
an denen des ägäischen Meeres, eine besondere Beziehung zum Scamandros
hergestellt wird: wir finden den Fluß auch erwähnt auf den Münzen
von Alexandria Troas, ΑΛΕΞΑΝΔΡΕΩΝ
ΣΚΑΜΑΝΔΡΟΣ
(Cuper, Harpoc,
216.) Wird diese Beachtung dem kleinen Flüßchen bei Bounarbaschi geschenkt.
oder dem Fluß, der sich majestätisch und in großer Schönheit aus den
Schluchten und Höhlen des Ida ergießt? -- E.
**Die Marmorstatuen und die Monumente. auf
denen Gestalten zu sehen sind. die auf einer Couch ruhen und trinken, genio
indulgentes, beziehen sich darauf, daß der so dargestellte
Verstorbene sich
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sehen,
der einem bärtigen Mann, der auf einer Couch ruht**, einen Becher
reicht; eine große Vase oder Amphore steht nahebei sowie verschiedene
Gestalten im Hintergrund, die alle zusammen eine Beerdigungsszene oder
Begräbnisfeier darstellen. Diese Fragmente waren wahrscheinlich Bestandteile
des Frieses eines Granittempels, der auf dieser Zitadelle stand; die Säulen
haben etwa einen Durchmesser von drei Fuß,
Teile der Schäfte verbleiben noch in ihrer ursprünglichen Lage,
so daß jemand, der in der Architektur des Altertums bewandert ist,
leicht den Aufbau und die verschieden Details nachvollziehen könnte.
Beim
Abstieg von der Acropolis kamen wir zu einem kleinen, aber schönen Gebäude
mit einer gebogenen oder eher gewölbten Kuppel; die Wände und das Dach
sind aus riesigen Granitblöcken, die ohne Zement zusammengefügt sind.
Dieses Gebäude war von den Türken in ein Dampfbad verwandelt worden,
erschien aber vernachlässigt oder verlassen. Eine Doppelmauer wurde auf
der der Acropolis zugewandten Seite errichtet, wahrscheinlich um die aus
den Felsspalten kommende Feuchtigkeit von den Gebäuden fernzuhalten. In
geringer Entfernung, dem Meer zu, liegen Ruinen eines prächtigen
Eingangstores der Stadt und ein Teil einer großartigen Stufenflucht Blöcke
eines Architravs mit Inschriften in großen griechischen Buchstaben
liegen nahe dieser Stelle. Dieser Architrav scheint zu einem Säulenportal
oder Propylæa gehört zu haben; die Buchstaben sind vier Zoll lang.
.
.
ΣΚΑΙΙΕΡΕΥΣΤΟΥΔΙΟΣΤ
. . .
ΟΥΟΜΟΝΩΟΥΚΑΙΓΥΜ
ΘΕΟΥΚΑΙΣΑΡΟΣΟΔΕΑΥ
. .
Dieses Säulenportal ist dorischen Stils
gewesen, was durch die verbliebenen massiven Triglyphen offenbar wird.
Ich fand noch eine weitere Inschrift mit kleineren Buchstaben.
ΕΚΤΗΣΠΡΟΣΟΔΟΥΤΩΝΑΓΡΩΝΑΡΕΛΙΠΕΝΕΙΣΕΡΙΣΚΕΥ
ΗΝΤΗΣΠΟΛΕΩΣΚΛΕΟΣΤΡΑΤΟΣΥΙΟΣΡΟΛΕΩΣΦΥΣΕΙΔΕ
ΑΡΕΛΛΙΚΩΝΤΟΣ
Auf dem Abhang
des Hügels, Mit einem beherrschenden, wunderschönen Blick auf den Golf
und die Insel Lesbos, steht ein antikes Griechisches Theater, dessen Überreste
sehr beträchtlich sind. Die Sitzreihen für die Zuschauer sind nahezu
vollständig erhalten; sie sind unterteilt in drei verschiedene Ebenen
und so vorteilhaft ausgehöhlt, so daß sie den sitzenden Personen
gestatten, die Füße ein wenig zurückzuziehen*, um die vor ihnen
Sitzenden nicht zu belästigen. Es sind zwei große gewölbte Eingänge
vorhanden, durch die die Zuschauer das Gelände betraten und dann über
fünf Stufen reihen zu ihren jeweiligen Plätzen stiegen. Es gibt
vierzig Sitzreihen, und oben am Theater eine
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im Zustand des Glücks
befindet, έυ
Ήλυσίω πεδιω,
,,ut beatorum conditionem experiment, eos
accumbentes sculpserunt, sagt
Cuper. Siehe auch eine bemerkenswerte Stelle hierzu bei Plato, 1.2. de
repub. χάλλιστου
άρετής
μισθόυ μέθηυ
άιώυιου. - E.
*Diese Form der Sitze ist
nicht unüblich, und wir können uns unter anderem auf das Theater von
Iero n Epidauria beziehen. Siehe
Des Mouceaux. Manchmal finden wir sie aus solidem Fels herausgeschnitten.
wie in Arges; in allen antiken Theatern aber müssen die Sitze mit Holz
bedeckt gewesen sein; πρώτου
ξύλου , primum lignum, war ein
Ausdruck, der von den Griechen zur Bezeichnung des ersten Sitzes benutzt
wurde. PolIux. iv. 1 21. Der “breite
Gang“,der von Dr. Hunt erwähnt
wird; ist der διάζωμα
oder præcinctio, der allgemein die Breite von
zwei Stufen hatte.
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breite Terrasse oder Promenade. Von
unten gezählt finden wir die ersten dreißig Sitze von den folgenden
sieben durch einen breiten Gang getrennt; ein entsprechendes Intervall
gibt es zwischen ihnen und den letzten dreien, die durch die aufragende
Terrasse abgeschlossen werden.
Zwischen der Mauer, die das Theater umschließt, und der Seite der
Akropolis, gegen die es gebaut ist, befindet sich ein Freiraum, in dem
anscheinend das Wasser, das vom Felsen tropft, abgeleitet wird. Gegenüber
der Bühne liegen noch einige Blöcke an ihrem ursprünglichen Ort; es können
wahrscheinlich die Ruinen der Thymele sein, wo die Musiker saßen. Sie
war aus Stein gebaut. In ihrer Nähe ist eine zerbrochene Inschrift, die
Cleostratus erwähnt, derselben Person, von der schon früher die Rede
war. Der Durchmesser des gesamten Bauwerks beträgt siebzig Schritte,
einschließlich der Dicke der Mauern der Hospitalia.* In der mittleren
Sitzreihe gibt es zwei große Vomitoria.
Ruinen von Säulen und Architraven befinden sich entlang der gesamten,
dem Meer zugewandten Mauerseite und deuten auf einen ausgedehnten Säulengang
hin. In einer Ebene unterhalb des antiken Friedhofs von Assos bemerkten
wir viele Sarkophage. Einige von ihnen sind sieben und acht Fuß hoch
und entsprechender Breite und Höhe. Sie sind aus einem massiven Block
grauen Granits geschlagen worden und ihre Abdeckungen aus einem anderen.
Die Seiten sind im allgemeinen mit Girlandenreliefs geschmückt, und
viele tragen Überreste von Inschriften, die jetzt aber bis zur
Unkenntlichkeit beschädigt sind.
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Es ist ermittelt worden, daß eine Person, die am äußersten
Rand eines der antiken Theater saß, in der Lage war, deutlich die
Stimme jemandes aus dem Teil, wo die Schauspieler waren, zu hören.
Experimente dieser Art sind wiederholt im Jahre 1 785 im Theater in
Saguntum, das 1200 Personen
Platz bot, gemacht worden; und Marti sagte, (Mountfaucon, A. E. iii.
237.) „daß ein Freund, der auf der Bühne einige Verse aus dem
Amphytrion von Plautus rezitierte, von ihm oben im Theater deutlich gehört
wurde.“ Der Architekt
Dufourny machte in Sizilien, in dem antiken Theater von Tauromenium ähnliche
Beobachtungen. In diesem Theater beträgt die Entfernung vom Pulpitum
zur höchsten Stelle des äußeren Umfangs sechzig Meter oder etwa 180
Fuß. Er hörte in jedem Teil des Theaters nicht nur die normale Stimme
eines Mannes auf dem Pulpitum, sondern auch das langsame und allmähliche
Zerreißen eines Stückes Papier. Er notierte in seinem Tagebuch eine
Bemerkung, die sich ihm ganz natürlich aufdrängte, nämlich, daß
Echea oder die tönenden Vasen, die von Vitruvius erwähnt werden, sowie
auch Masken, nicht immer nötig gewesen sein mußten, um die Stimme des
Schauspielers zu verstärken. Siehe Mongez. Mem. de l’Institut.
1805. „Die Kommentatoren zu Vitruvius (sagt Schlegel) sind sehr
unterschiedlicher Meinung bezüglich der Echea. Wir dürfen es wagen,
ohne zu zögern anzunehmen, daß die Theater der Antike nach
ausgezeichneten akustischen Prinzipien erbaut wurden.“
Es scheint, daß eine Erfindung, ähnlich der von Vitruvius
Beschriebenen, in einigen christlichen Kirchen übernommen wurde, um die
Stimmen der Mönche und Kanoniker zu verstärken:
„Dans le choeur du temple neuf à Strasbourg, le professeur
Obertin a decouvert de pareils vases appliqués a différens endroits de
Ia voûte." Sie waren aus Terrakotta. Millin.
D. de. B. A. i. 478. -E.
Hinsichtlich der Nutzung und Lage dieser Gebäude siehe D'Orville.
Sizilien. 259.
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